Wenn es um das Wohl von Kindern und ihren Familien geht, zeigt sich in Schwelm eindrucksvoll, wie wichtig eine enge, vertrauensvolle Zusammenarbeit unterschiedlicher Fachstellen ist. Kinderärzte, das Jugendamt, das Gesundheitshaus Gevelsberg sowie zahlreiche Kindertagesstätten verschiedener Träger arbeiten hier Hand in Hand – immer mit dem gemeinsamen Ziel, Kinder bestmöglich zu fördern und Familien frühzeitig zu unterstützen.
Ein besonderer Baustein dieser erfolgreichen Kooperation sind die regelmäßig stattfindenden Arbeitsgruppen, in denen alle beteiligten Akteure zusammenkommen. In diesen Treffen steht der persönliche Austausch im Mittelpunkt: Erfahrungen werden geteilt, fachliche Einschätzungen diskutiert und gemeinsame Vorgehensweisen abgestimmt. Die Arbeitsgruppen bieten Raum, um aktuelle Themen aufzugreifen, voneinander zu lernen und die Zusammenarbeit kontinuierlich weiterzuentwickeln. Gerade dieser direkte Dialog stärkt das gegenseitige Verständnis und fördert tragfähige Lösungen.
„Ein entscheidendes Merkmal unserer Zusammenarbeit ist der offene und ehrliche Umgang miteinander“, stellt Vita Maschner, Kita-Fachberaterin beim Jugendamt Schwelm, heraus. „Gerade in sensiblen oder herausfordernden Situationen zeigt sich, wie wichtig Gespräche auf Augenhöhe sind. Wir verstehen unterschiedliche fachliche Perspektiven nicht als Hindernis, sondern als Bereicherung. Unser Ziel ist es stets, gemeinsam tragfähige Lösungen zu finden – zum Wohle der Kinder und ihrer Familien.“
„Nicht jeder Fall ist einfach, aber gerade dann ist ein respektvoller, transparenter Austausch unerlässlich“, betonen Vita Maschner und Kerstin Kolodziej, Fachbereichsleitung Kindertagestädten beim Deutschen Roten Kreuz Schwelm. „Nur wenn Sorgen klar benannt und Einschätzungen offen geteilt werden, können Kinder rechtzeitig die Unterstützung erhalten, die sie benötigen.“
Unterschiedliche Fachkompetenzen bündeln
Das Netzwerk verbindet Fachkompetenz aus ganz unterschiedlichen Gruppen. Ein zentrales Element sind etwa die Schwelmer Kinderärzte Dr. Zeiser und Dr. Lehr, die im regelmäßigen Austausch mit den pädagogischen Einrichtungen, dem Jugendamt und weiteren Fachstellen stehen. Ergänzt wird die medizinische Perspektive durch das Gesundheitshaus Gevelsberg, in dem unter anderem Frau Fest als dort tätige Ärztin aktiv die interdisziplinäre Zusammenarbeit unterstützt.
Eine ebenfalls wichtige Schnittstelle bildet das Jugendamt der Stadt Schwelm, vertreten durch Frau Vita Maschner in ihrer Funktion als Kita-Fachberatung. Sie begleitet und unterstützt die Kindertageseinrichtungen fachlich und sorgt für eine enge Verzahnung zwischen Jugendhilfe, Pädagogik und Medizin. Ebenfalls eine tragende Rolle spielt die Koordinatorin der Frühen Hilfen in Schwelm, Frau Yasemin Doganay-Domnik, die Familien bereits in sehr frühen Lebensphasen begleitet und niedrigschwellige Unterstützungsangebote koordiniert.
Beteiligt sind zudem alle Schwelmer Kindertagesstätten – unabhängig vom jeweiligen Träger. Dazu zählen Einrichtungen des DRK, der AWO, der Evangelischen Kirche, der Katholischen Kirche, der Elterninitiative Lokomotive sowie die städtischen Kitas. Diese Vielfalt macht deutlich: Der Einsatz für Kinder ist eine gemeinsame Aufgabe, die Trägergrenzen überschreitet und auch nicht zwischen „Kita“ und „Kindertagespflege“ unterscheidet.
Früh starten durch die „Frühen Hilfen“
Ein weiterer zentraler Fokus der Zusammenarbeit liegt auf den ersten drei Lebensjahren eines Kindes. Diese Phase ist entscheidend für die frühkindliche Entwicklung. In diesen Jahren entwickeln sich grundlegende Fähigkeiten wie Vertrauen, emotionale Sicherheit, Sprache und soziale Kompetenzen. Besonders die Bindung zwischen Eltern und Kind spielt dabei eine Schlüsselrolle.
„Kinder, die in ihren ersten Lebensjahren verlässliche, liebevolle Beziehungen erfahren, entwickeln ein starkes Fundament für ihre weitere Entwicklung. Wir möchten daher Eltern gezielt stärken und begleiten, damit sie ihre wichtige Rolle sicher und selbstbewusst ausfüllen zu können“, so Frau Doganay-Domnik, „Frühe Unterstützung kann dabei helfen, Überforderung zu vermeiden und Entwicklungsrisiken frühzeitig zu erkennen.“
Dieses Netzwerk aus Ärzten, Jugendhilfe, Frühen Hilfen und Kindertagesstätten zeigt eindrucksvoll, wie erfolgreiche Präventionsarbeit aussehen kann. Die Zusammenarbeit aller beteiligten Akteure in Schwelm macht deutlich: Wenn alle gemeinsam Verantwortung übernehmen, offen kommunizieren und sich gegenseitig respektieren, profitieren vor allem die Kinder.
„Dieses Miteinander durch ein erfolgreiches Netzwerk schafft nicht nur Sicherheit und Orientierung für Familien, sondern legt auch den Grundstein für eine gesunde, stabile Entwicklung der jüngsten Mitglieder unserer Gesellschaft – von Anfang an“, sind sich Frau Maschner und Frau Doganay-Domnik sicher.
Infobox: Früh hinschauen – gemeinsam handeln
Ein besonderer Schwerpunkt der Zusammenarbeit liegt auf den ersten drei Lebensjahren eines Kindes. Diese Phase ist entscheidend für die frühkindliche Entwicklung. Grundlegende Fähigkeiten wie Vertrauen, emotionale Sicherheit, Sprache und soziale Kompetenzen entstehen in dieser Zeit. Eine stabile, verlässliche Bindung zwischen Eltern und Kind spielt dabei eine zentrale Rolle.
Eltern werden gezielt gestärkt und begleitet, um ihre verantwortungsvolle Rolle sicher und selbstbewusst ausfüllen zu können. Frühzeitige Unterstützung hilft, Überforderung zu vermeiden und mögliche Entwicklungsrisiken rechtzeitig zu erkennen.
Förderung frühzeitig anstoßen
Sobald Eltern, pädagogische Fachkräfte, Kinderärzte oder andere Fachstellen Entwicklungsauffälligkeiten oder Sorgen wahrnehmen, sollte nicht abgewartet werden. Vielmehr ist es wichtig, frühzeitig das bestehende Netzwerk aus Betreuungseinrichtung, Fachberatung und Kinderärzten einzubeziehen. Förderangebote wie die Frühförderung benötigen Vorlaufzeit und sollten idealerweise bereits ab dem vierten Lebensjahr beantragt werden, um vor der Einschulung wirksam unterstützen zu können.
Ein klarer Hinweis aus der Praxis: Im Einschulungsjahr stoßen viele Förderstellen an ihre Kapazitätsgrenzen. Maßnahmen können dann häufig nicht mehr genehmigt werden, da sie zeitlich nicht mehr ausreichend wirken können. Frühes gemeinsames Handeln erhöht die Chancen auf eine erfolgreiche Unterstützung deutlich.
(Schwelm, den 6. Februar 2026)

