Es ist schön, wenn man seine Aufgaben von ganzem Herzen und mit Freude erfüllt, und wenn das Geleistete dann auch anerkannt wird. So ergeht es derzeit der Stadtverwaltung Schwelm, die sich in der Vergangenheit intensiv um die das Siegel „Kinderfreundliche Kommune“ bemüht hatte, das ihr 2024 vom Verein Kinderfreundliche Kommunen mit Sitz in Berlin verliehen wurde.- als einer von 60. Städten in Deutschland und der einzigen im Ennepe-Ruhr-Kreis. Das Siegel ist ehrlich verdiente Auszeichnung und Auftrag zugleich, gilt es doch für die Dauer von vier Jahren, in denen die Kommunen beweisen, wie ernst sie es mit der Kinderfreundlichkeit meinen. Die Stadt Schwelm hat sich vorgenommen, in dieser Zeit einen Aktionsplan mit verbindlich festgeschriebenen Maßnahmen zu erfüllen.
Zur Halbzeit der bis 2027 dauernden Geltungsdauer des Siegels fand vor einiger Zeit im Schwelmer Rathaus ein Austausch statt. Dort hatten sich neben Bürgermeister Stephan Langhard und Vertretern des Fachbereichs Familie, Bildung Sport, Mitglieder der Steuerungsgruppe, darunter auch Schüler*innen zum offenen Gespräch eingefunden. Aus Berlin ließen sich der moderierende Geschäftsführer des Vereins Kinderfreundliche Kommunen, Dominik Bär, sowie Johanna Krause als Ansprechpartnerin für die Kommune und weitere Fachkräfte digital zuschalten, die die Stadt Schwelm seit langem auf ihrem kindefreundlichen Weg eng und konstruktiv begleiten.
„Mit der Umsetzung des Aktionsplans befinden wir uns nun im 2.Jahr. Zeitlich können wir sehr zufrieden sein, da viele Maßnahmen umgesetzt wurden bzw. sich in der Umsetzung befinden“, begrüßte Bürgermeister Stephan Langhard die Runde, ehe Fachbereichsleiter Peter Buchholz anhand einiger Projekte erläuterte wieweit man in Schwelm den Aktionsplan bereits vorangetrieben hat.
Eine der Maßnahme „Vorrang des Kindeswohls“ – befasst sich z.B. mit Spiel, Bewegung und Aufenthalt in der Stadt
Bei diesen reinen Instandhaltungsmaßnahmen, geht es um Austausch von Spielgeräten, bzw. die teilweise Neugestaltung von Spielflächen und Spielplätzen Gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen wurde in Form von Abfragen entschieden, was zu tun sei. Befragt wurden rund 200 Personen wobei die Planungsschwerpunkte der Kinder und Jugendlichen (6-21 Jahre) altersgemäß sehr verschiedenwaren.
In Übereinstimmung mit der Spielflächenplanung wurden folgende Aufgaben realisiert:
- Auf dem Spielplatz Am Roten Wasser wurden die Tischtennis-Platte ausgetauscht und das Pflaster begradigt.
- In der Anlage im Wilhelmspark wurden die Federn der Seilbahn erneuert.
- Ebenso wurde die Sandkasteneinfassung an der Arndtstraße erneuert.
- an der Herdstraße fand eine Erneuerung der Wackelbrücke statt.
Weitere Orte werden noch gemeinsam mit der Spielplatzkommission besucht.
Die jungen Bürgerinnen und Bürger bestimmen bei der Gestaltung der kinder- und jugendfreundlichen Räume mit.
Wie geht es weiter?
Die Umsetzung der noch ausstehenden Aufgaben wird derzeit aktiv geplant. Im Rahmen der IGA 2027 wird die gesamte Fläche am Haus Martfeld als Mitbestimmungsprojekt, unter besonderer Berücksichtigung der Kinderrechte, entwickelt.
Gut entwickelt hat sich auch die nächste Schwelmer Maßnahme, des handelt sich um die Streifzüge durch Schwelm oder „Safety-Walks“, damit sich Kinder und Jugendliche in ihren Sozial- und Lebensräumen sicher fühlen und auch sicher bewegen
Sie startete im November 2024 in Kooperation mit der städtischen Gleichstellungsbeauftragten und der Schülervertretung. Gemeinsam mit Mitarbeitern von der Verwaltung und Polizei sowie Bürger*innen wurde eine vorab online abgefragte Strecke abgelaufen. Einige Missstände konnten recht zeitnah behoben werden wie der Rückschnitt von überstehenden Büschen oder defekte Straßenlaternen. Die übrigen Angststellen sind innerhalb der Verwaltung an die Ansprechpersonen weitergeleitet worden. Auch diese Missstände wurden teils behoben bzw. werden noch behoben.
Bei diesem Thema ist das Sicherheitsempfinden betont subjektiv und altersbedingt unterschiedlich. Die Herausforderung besteht darin, einen gemeinsamen Nenner für die unterschiedlichen Sicherheitsbedürfnisse der Zielgruppen zu finden.
Die Safety-Walks sind als halbjährliches Format konzipiert, um die spezifischen Gegebenheiten der hellen und der dunklen Jahreszeit zu berücksichtigen. Nach dem Auftakt in der Wintersaison ist die Fortführung für diesen Sommer geplant. Die Beteiligung erfolgt erneut über eine Online-Abfrage. Die konkrete Routenplanung wird im Anschluss gemeinsam von den Kindern und Jugendlichen sowie der Kinder- und Jugendbeauftragten erarbeitet.
Maßnahme Sichtbarmachen von Kinderrechten: Projekte und Projektwochen zu Kinderrechten an Kitas und Schulen
In Kitas und Schulen verbringen Kinder und Jugendliche einen Großteil ihres Alltags, sie stellen einen wichtigen Lebensraum dar. Zu diesem Thema arbeiten die Kitas und Schulen bereits. Die vorausgegangene Auseinandersetzung mit Kinderrechten, insbesondere in Kitas und Schulen, sorgte dafür, dass das Thema Kinderrechte in den ersten Kontakten nicht gänzlich neu war.
Im Rahmen des Kunstunterrichtes werden in einer Projektwoche die Kinderrechte künstlerisch und kreativ umgesetzt., z.B. durch das Basteln von Figuren in Lebensgröße, die jeweils eines der Kinderrechte darstellen
Wie geht es weiter?
Durch den kontinuierlichen Dialog mit den Fachkräften stellen wir sicher, dass die Projektinhalte sowohl qualitativ hochwertig als auch nachhaltig implementiert werden.
Der Kinderrechtekoffer
Zu den Highlights der bisher umgesetzten Maßnahmen im Rahmen des Aktionsplans zählen die Kinderrechtekoffer, die den Kindertageseinrichtungen, Grundschulen und weiterführenden Schulen vor einiger Zeit im Ratssaal des neuen Schwelmer Rathauses übergeben wurden Zur Übergabe erschien für die Einrichtungen jeweils eine Delegation von Kindern bzw. Schüler*innen. Die Koffer oder handlichen Trolleys sind picke-packe-voll mit Informationsmaterial über Kinderrechte, was jederzeit eine schnelle und umfassendes Information zum Thema erlaubt.
Offene Schulhöfe
Eine weitere Maßnahme betrifft die Öffnung von Schulhöfen nach Unterrichtsende. In diesem Zusammenhang wurden bereits die Schulhöfe als Spielflächen für den Nachmittagsbereich umgewandelt. Sie stehen der Öffentlichkeit zur freien Verfügung und können genutzt werden. Die positive Resonanz bei Familien mit kleinen und jungen Kindern bestätigt den Bedarf an solchen Angeboten und führt zu einer intensiven Nutzung der Schulhofflächen.
Die Stadt Schwelm weiß: „Geöffnete Schulhöfe sind wichtige soziale Knotenpunkte im Quartier. Sie schaffen Raum für Familien, fördern die Nachbarschaftsbildungund bieten eine sichere Alternative zum Spiel im öffentlichen Straßenraum. Diese zusätzlichen Freiflächen steigern die Lebensqualität im Wohnumfeld erheblich. Schulhöfe werden zu Lebensräumen.
Ziel: Die Kinder haben die Möglichkeit ihr Recht auf Spiel und Freizeit in öffentlichen Räumen zu nutzen und zu erleben.
Verankerung zur Umsetzung der Kinderrechte in Schwelm
Die Sensibilisierung und das Wahrnehmen der Kinderrechte innerhalb der Verwaltung, und der Gesellschaft soll geschärft werden. Dazu trägt schon länger der Der Kinderfreundliche Kommunen – Kalenderbei Die Resonanz war durchweg positiv, was die Verantwortlichen dazu bewegte, das Format fortzuführen. Am Kalender für 2026 wurden alle Schulen beteiligt. Von den 10 wichtigsten Kinderrechten haben sich die Schüler*innen auf 4 Kinderrechte konzentriert und entsprechende Bilder kreativ und liebevoll gemalt. Aus der Menge der eingegangenen Bilder wurden durch die Teilnehmenden der KfK-Gruppe Bilder für den Kalender ausgewählt. Die große Auswahl erschwerte zunächst die Entscheidung. Doch mit Spaß und Freude sind sie auf ein gutes Ergebnis gekommen.
Kinderfreundliche Rahmenbedingungen/ Position der/des Kinder- und Jugendbeauftragten
Die Position der/des Kinder- und Jugendbeauftragten fungiert als das zentrale Herzstück unserer lokalen Demokratiebildung. Sie ist weit mehr als eine reine Verwaltungsinstanz. Als entscheidende Stellschraube für die Verwirklichung von Kinderrechten in Schwelm stellt sie sicher, dass die Interessen der jüngsten Generation nicht nur gehört, sondern aktiv in kommunale Entscheidungsprozesse integriert werden. In dieser Schlüsselrolle laufen die Fäden des Kinder- und Jugendparlaments zusammen, während gleichzeitig eine Schnittstellenfunktion zu allen Fachbereichen wahrgenommen wird. Ziel ist es, eine ressortübergreifende Sensibilisierung für Kinderrechte zu etablieren und diese fest im Handeln der gesamten Stadtverwaltung zu verankern.
Herausforderung: Die Besetzung dieser Stelle befindet sich in der finalen Phase.
Ziel:Die Besetzung dient der Begleitung und Unterstützung des Kinder- und Jugendparlaments. Die Umsetzung zusätzlicher Maßnahmen fällt ebenfalls in den Aufgabenbereich des Kinder- und Jugendbeauftragten.
Wie geht es weiter?
Nach erfolgreicher Besetzung der Vakanz kann die Umsetzung weiterer Maßnahmen des Aktionsplans fortgeführt werden.
Kinder- und Jugendrat als politisches Gremium
Ein wichtiges politisches Gremium stellt eine Kinder- und Jugendvertretung dar. Ein Kinder- und Jugendrat vertritt die Belange der minderjährigen Einwohner*innen durch Beratung, Anregung und Unterstützung der Organe der Stadt. Er soll Kinder und Jugendliche mit demokratischen Entscheidungsstrukturen vertraut machen und ihr Interesse an kommunaler Aufgabenstellung fördern. Der Kinder- und Jugendrat kann außerdem Veranstaltungen und sonstige Maßnahmen für Kinder und Jugendliche anregen.
Diese Maßnahme steht im dritten Umsetzungsjahr an. Die ersten Weichen sind gestellt. Neben den initialen Vorbereitungen befindet man sich bereits im engen Austausch mit anderen Kommunen und die Expertise der Sachverständigen fließt bereits unmittelbar in die aktuelle Arbeit ein.
Herausforderung: Kinder und Jugendliche sind oft schneller und direkter in ihren Forderungen. Sie müssen erfahren, dass zwischen einer Idee und deren Umsetzung in der Politik oft ein langer und geduldiger Weg liegt.
Ziel: Kinder und Jugendliche müssen den gesamten Entscheidungsprozess nachvollziehen können. Somit ist eine transparente Kommunikation dazu, wo wird gerade das ihnen wichtige Thema behandelt wird oder warum es ggfs. zu Verzögerungen kommt, von großer Bedeutung. Ebenso sind Quick-Win-Möglichkeiten wichtig, um die Motivation hochzuhalten. Man sollte schnell umsetzbare Projekte etablieren, die auch schnelle Ergebnisse zeigen.
Wie geht es weiter?
Die Etablierung dieses politischen Gremiums ist eng an die Neubesetzung der Kinder- und Jugendbeauftragten gekoppelt. Mit der Besetzung kann die
Wie geht es weiter mit den Maßnahmen im Aktionsplan der Stadt Schwelm?
Für das dritte Umsetzungsjahr steht die Evaluierung der bisher verwirklichten Aufgaben an. Zudem werden alle im Aktionsplan aufgeführten Maßnahmen noch einmal kritisch in den Blick genommen. Im Rathaus sieht man darin aufgrund der bisher sehr positiven Resonanz aktuell keine relevante Herausforderung. Wie Fachbereichsleiter Peter Buchholz betonte, sei Das Sichtbarmachen von Kinderrechten innerhalb der Stadtverwaltung und innerhalb des Stadtbildes gelungen und „wird innerhalb der Verwaltung und bei Bürger*innen sehr positiv wahr- und angenommen. Buchholz: „Die Rechte der Kinder und Jugendlichen sollen im politischen Handeln und in der Verwaltungsarbeit sinnvoll verankert werden, damit Projekte gezielt aufeinander abgestimmt sind und einen guten Qualitätsstandard bei der Durchführung gewährleisten. Ein Beteiligungskonzept mit verbindlichen Qualitätsstandards für Beteiligungsverfahren wird erarbeitet. Dies dient zukünftig als Grundlage des fachlichen und politischen Handelns in Schwelm.“
Im Rahmen des Austauschs zur Halbzeit erfolgte durch die zugeschalteten Berliner Fachleute noch mancher wertvolle Hinweis. Im Ganzen durften die Schwelmer Verantwortlichen sich über Lob durch den Verein Kinderfreundliche Kommunen freuen, dem sie ihrerseits für seine wichtige engmaschige fachliche Begleitung von herzlich dankten.
Schwelm, den 12. Mai 2026

