Schwelmer Kinder setzen Kinderrechte kunstvoll um

10 weiß-lackierte Stühle, verziert mit den wichtigsten Paragraphen der UN-Kinderrechtskonvention, zeigen die Kinder von der Grundschule Engelbertstraße stolz für das Gruppenfoto in die Kamera. Es ist die letzte Woche vor den Sommerferien und die 10 Schülerinnen und Schüler, die sich im zurückliegenden Schuljahr in der Schul-AG „Kinderfreundliche Kommune“ engagiert haben, sind sichtlich stolz auf ihre Werke.

Für die jungen Kreativen war diese Projekt aber weit mehr als nur „etwas Kunst machen“.  Sich mit den Kinderrechten auseinanderzusetzen, bedeutete für sie auch, in einer „Erwachsenenwelt“ auf dieses Thema hinzuweisen und es ganz explizit sichtbar zu machen. Außerdem spielte auch der Nachhaltigkeitsgedanke bei den Kindern eine große Rolle. Denn bei den Stühlen handelte es sich um ausrangiertes Schulmobilia, dass sonst in der Entsorgung gelandet wäre. So war die Möglichkeit für die jungen Menschen sehr wichtig, aus den ausrangierten Stühlen im Sinne des „Upcyclings“ noch etwas mit Bedeutung und Botschaft herzustellen.

„Wir treffen uns regelmäßig in der Gruppe und sprechen darüber, wie wir aus Paragraphen auf Papier etwas Kreatives erstellen können. Außerdem gehört es zu unserem Auftrag als ‚Kinderfreundliche Kommune‘ zusammen mit den Kids die Kinderrechte in die Öffentlichkeit zu bringen. Als wir dann die Idee mit den Stühlen hatten, waren die Kinder sofort begeistert“, erzählt Yasemin Doganay-Domnik, von der Stadtverwaltung Schwelm aus dem Fachbereich Familie, Schule und Bildung, als ehemalige Projektkoordinatorin, die die Gruppe und die Kunstaktion an der Engelbertschule betreut hatte. Tatkräftige Unterstützung erhielt sie dabei von Nicole Kucharzewski, einer Auszubildenden aus dem Fachbereich.

Projektstart für die Kinderrechte-Stühle war im April 2026. Bevor aber am Ende die fertigen Paragraphen aufgemalt werden konnten, mussten die Stühle zunächst mit einem weißen Anstrich vorbereitet werden. Hier lag die Herausforderung in der Geduld, die die Kinder während der einzelnen Trocknungsphasen aufbringen mussten. Am Ende waren aber die Stühle bereit und die Kinder trugen in bunten Farben die wichtigsten Kinderrechte auf. Diese sind:

§ 1: Definition von „Kind“
§ 3: Wohl des Kindes
§ 4: Verwirklichung der Kinderrechte
§ 11: Schutz vor Entführung
§ 19: Schutz vor Gewalt
§ 24: Gesundheit, Wasser, Umwelt, Ernährung
§ 29: Bestmögliche Bildung
§ 31: Freizeit, Spiel, Kultur, Kunst
§ 34 Schutz vor sexuellem Missbrauch
§ 37: Schutz von Kindern in Haft

„Für die Kinder war die Aktion wichtig, um auf ihre Rechte aufmerksam zu machen. Auch sie möchten in der Welt der Erwachsenen gehört, gesehen und wahrgenommen werden“, spricht Yasemin Doganay-Domnik die Intention der Kinder hinter diesem besonderen Kunstprojekt aus.

Nach den Ferien ist zunächst geplant die Stühle im Rathaus auszustellen, anschließend sind im Rahmen einer Wanderausstellung andere Orte wie das Haus Martfeld, andere Schulen in Schwelm oder die Sparkasse angedacht. Eine genauere Planung wird derzeit noch vorbereitet.

Als „Kinderfreundliche Kommune“ engagiert sich Schwelm besonders für die Förderung und das Bewusstsein von Kinderrechten. Nach dem Motto „Auch Kinder haben Rechte“ setzt die Koordinierungsstelle für das Projekt „Kinderfreundliche Kommune“ bei der Stadtverwaltung Schwelm zusammen mit Kindern aus den Schwelmer Grundschulen regelmäßig Projekte um, mit denen Kinderrechte kreativ und eingängig gezeigt werden sollen.

(Schwelm, den 7. August 2026)

Kinderrechte als Kunstaktion im Rahmen des städtischen Projekts „Kinderfreundliche Kommune“. Im Hintergrund (v.l.n.r.) Nicole Kucharzewski und Yasemin Doganay-Domnik vom Fachbereich Familie, Bildung und Sport der Stadtverwaltung Schwelm und zuständig für das Projekt „Kinderfreundliche Kommune“ sowie Mathias Wagener, Schulleiter der Grundschule Engelbertstraße. Im Vordergrund die zehn Kinder, die am Kunstprojekt beteiligt waren (ohne einzelne Namensnennung). / Bildnachweis: Stadtverwaltung Schwelm, Gregor Wessely