Ab dem 01. Juli 2026 haben die Technischen Betriebe Schwelm AöR (TBS) die Altkleidersammlung in Schwelm übernommen. Im Zuge dessen wurden auf dem Stadtgebiet 55 neue Altkleider-Container aufgestellt. Die neuen, hochwertigen Stahlcontainer sind blau und ersetzten die bisherigen, roten Sammelbehälter in Schwelm. Die Leerung wird einmal pro Woche durch die TBS erfolgen. Neben einer kurzen Anleitung, welche Teile in die Altkleidersammlung gehören, findet sich auf den Containern auch eine Telefonnummer, über die die TBS bei Problemen informiert werden kann. Eine schwenkbare Klappe an der Einwurf-Öffnung sorgt dafür, dass die Altkleider vor Witterungseinflüssen geschützt sind und verhindert ein Herauswühlen der Kleidungsstücke durch Unbefugte.
Seit 1. Januar 2025 ist die getrennte Sammlung von sogenannten Textilabfällen für Kommunen verpflichtend. So schreibt es das Kreislaufwirtschaftsgesetz vor und setzt damit EU-Recht in nationales Recht um. Aber bereits vor diesem Datum gab es in Deutschland ein funktionierendes System mit Altkleidersammelcontainern. Diese wurden meist von gemeinnützigen Verbänden betreut. Auch in Schwelm wurde die Altkleidersammlung bis dahin von einem Verbund solcher karitativen Verbände durchgeführt. Diese übernahmen in der Regel die Logistik, um die gesammelte Kleidung in die Altkleiderverwertung nach Gevelsberg zu fahren. Nach einer Übergangsfrist hat dies nun die TBS übernommen.
„Vor allem die minderwertigen Textilien durch den Fast-Fashion-Trend erlauben es kaum noch, dass Kleidung wie bisher gewinnbringend recycelt werden kann. Deshalb sind viele der karitativen Organisationen ausgestiegen“, so Ute Bolte, Vorständin der Technischen Betriebe Schwelm. „Fast- Fashion hat diesen Markt kaputt gemacht. Selbst nach kurzem Tragen ist die Kleidung eher ein Fall für die Restmülltonne, als für die Wiederverwertung. Dazu kommt, dass viele der Stoffe überwiegend aus Kunstfaser sind und sich deswegen auch für eine Weiterverwertung in der Industrie, beispielsweise als Dämmmaterial, nicht eignen,“ so Bolte weiter.
Zunächst prüfte die TBS, wie sich eine Übernahme der Altkleidersammlung am besten gestalten ließe, sodass es noch eine kurze Übergangszeit mit den alten Logistik-Partnern gab. Für Bolte ergeben sich dabei viele Vorteile: „Da die Containerstandorte, die meist in einem Verbund mit anderen Recyclingbehältern stehen, sowieso von den TBS angefahren werden, lässt sich die Leerung kostengünstig verbinden. Wobei wir hier auch nur als Logistik-Partner fungieren. Die Verwertung der gesammelten Kleidung übernimmt nach wie vor der EN-Kreis in seinem Wertstoffzentrum in Gevelsberg. Eine Lagerung auf dem TBS-Gelände ist aus Kapazitätsgründen nicht vorgesehen “, erklärt Bolte.
Aber auch die Sauberkeit rund um die Container kann so besser im Blick behalten werden. „Gerade Altkleider landen leider immer wieder neben dem Sammelcontainer oder die Container sind schnell überfüllt. Dadurch, dass wir sowieso öfter an den Standorten unterwegs sind, können wir schneller reagieren und spontan für Sauberkeit sorgen oder überfüllte Container leeren.“, ergänzt Lars Seibel, Abteilungsleiter Abfallwirtschaft bei den TBS.
Grundsätzlich gilt für die Altkleidersammlung, dass nur brauchbare Bekleidung, Bett- und Haushaltswäsche sowie Schuhe (nur paarweise gebündelt) abgegeben werden dürfen. Die abzugebende Kleidung sollte nicht verschmutzt sein und am besten in Plastiktüten verpackt in die Container geworfen werden. Stoffreste, Teppiche, Matratzen oder sonstiger Müll gehören nicht in die Altkleidersammlung und dürfen auch nicht in die Container geworfen oder daneben entsorgt werden. „Stark beschädigte, verschmutze oder kaputte Kleidung ist kein Fall für den Altkleidercontainer, sondern gehört in den Restmüll. Das gilt besonders für die Fast-Fashion der Mode-Discounter. Trotzdem sind Altkleider ein wichtiger Teil des Abfallkreislaufs, deswegen ist auch der Einwurf von leicht kaputter Kleidung noch möglich. Solange die Stoffe hochwertiger sind und beispielsweise überwiegend aus Wolle oder Baumwolle bestehen, können sie immer noch für die Industrie weiterverwendet werden“, macht Lars Seibel deutlich.
(Schwelm, den 14. Juli 2026)

